Handlese oder maschinell
Die Weinherstellung beginnt mit der Traubenernte im Herbst. Der genaue Zeitpunkt ist von der Rebsorte, dem Standort und dem Wetter sowie der Art des Weines, der hergestellt werden soll, abhängig.
In der Vorlese werden frühreife Traubensorten wie Müller-Thurgau geerntet. In der Spätlese hingegen findet die Ernte von vollreifen oder edelreifen Trauben statt. Dazwischen liegt die Hauptlese. Die Wein- lese erfolgt je nach regionaler Lage des Anbaugebietes von Anfang September bis Ende Oktober. Die Ernte von Spätlese, Auslese und Eiswein beginnt jeweils später. Der Eiswein darf nur bei Frost und mind. -7° C geerntet werden, was in unseren Breiten meist erst Ende November oder Anfang Dezember möglich wird.
Trauben müssen bei der Weinlese einen Mindestgehalt an Zucker enthalten. Dieser wird mit der Oechslewaage gemessen. In Deutschland werden Qualitätsweine (je nach ihrem Anbaugebiet) durch die Mindestmostgewichte definiert.
Mensch oder Maschine
Die Trauben werden heute überwiegend maschinell mit dem Vollernter gelesen. Die Handlese ist wegen des viel größeren Arbeitsaufwands besonders guten Weinen und besonders steilen Weinbergen vorbehalten.
Die Zahl der Oechslegrade ist lediglich ein Maßstab zur Schätzung des Alkoholgehalts. Bei einem Wein mit hohem Alkoholgehalt spricht man von einem schweren Wein. Die Qualität eines aus den Trauben hergestellten Weines ist davon relativ unabhängig, viel mehr Faktoren bestimmen den charakteristischen Geschmack. Siehe dazu auch unter Weingenuss. Entsprechend verlässt sich ein Winzer zur Bestimmung des Erntezeitpunkts nie ausschließlich auf die Oechslewaage, sondern vor allem auf den Geschmack der Trauben.
Der jeweilige Witterungsablauf eines Jahres beeinflusst die Güte und den Geschmack. Für Kenner ist deshalb die Angabe des Jahrgangs wichtig, zumal daraus auch die Lagerfähigkeit beurteilt werden kann.


