Die Witterung macht den Jahrgang aus

Deutschland zählt zu den nördlichsten Weinbauländern der Erde. Unser Klima ist vor allem durch folgende Faktoren bestimmt: Einerseits bedingt die nördliche Lage geringe Temperaturen - vor allem Fröste sind gefürchtet - andererseits bringt der Golfstrom die für die Weinreifung erforderliche Wärme. Die Niederschlagsmenge ist in Deutschland relativ hoch. In der Kombination bedeutet dies eine langsame Reifung der Trauben über die ganze Vegetationsperiode hinweg.


Diese Bedingungen sind gerade für Weißweinsorten - die nur ihre charakteristischen Fruchtsäuren ausbilden, wenn sie langsam reifen - ideal. Rotweinsorten werden vor allem in den südlicheren Anbaugebieten mit großem Erfolg angebaut.


Die Weißen aus dem Norden - die Roten aus dem Süden

Die Statistik bei den Weißweinprämierungen weist immer mehr Gewinner aus den nördlicheren Anbaugebieten auf.


Die Durchschnittstemperatur ist in Deutschland insgesamt grenzwertig niedrig für den Weinanbau. Entsprechend machen schon geringe Temperaturschwankungen von Jahrgang zu Jahrgang einen grossen Unterschied in der Qualität des Weines aus. Das macht den Weinanbau hierzulande zu einer heiklen, aber auch sehr aufregenden Sache: Jeder Jahrgang wird dadurch unverwechselbar.

Vorschau:
Klimaforscher sagen voraus, dass sich die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts in Mittel- und Nordeuropa um vier bis fünf Grad erhöhen werden. Das würde bedeuten, dass es an den jetzigen Standorten v.a. für die Weißweinsorten wie Riesling und Müller- Thurgau zu warm würde. Schon die Erwärmung in den 90igern hat dem Geschmack laut Kennernasen nicht unbedingt gut getan.

Das Klima - eine Laune der Natur - ein Glück für die Vielfalt der Weine!