Der wichtigste Sinn bei der Weinprobe
Kein anderer Sinn ist bei der Weinprobe so wichtig wie das Riechen. Kein Sinn ist im Alltag so wenig beachtet - und dabei so vielseitig: Eine trainierte Nase kann tausende Gerüche im Gedächtnis verankern, unterscheiden und benennen.
Der Geruchssinn nimmt unter den fünf Sinnen eine Sonderstellung ein: Er gelangt nicht über einen Umweg ins Gehirn, sondern ist direkt mit unserem "emotionalen" Zentrum verbunden. Deswegen bewerten wir Gerüche meist emotional mit gut oder schlecht. So sagen wir auch z.B., dass wir jemanden nicht riechen können - das ist oft durchaus wörtlich gemeint. Riechen kann also - wenn wir nur darauf achten - ganz neue, hoffentlich sehr angenehme Welten erschliessen.
Bei der Weinprobe achtet man auf:
- Reintönigkeit
- Aromen
- Tiefe und Intensität
- Komplexität
Unter Reintönigkeit versteht man Abwesenheit von Fehltönen und die Klarheit der wahrnehmbaren Aromen.
Wegen der Vielzahl von Aromen macht es Sinn, sie in unterschiedliche Gruppen einzuteilen. Man unterscheidet folgende Aromagruppen:
- Blumig
- Fruchtig
- Vegetabil
- Balsamisch
- Erdig
- Würzig
- Röstig
- Animalisch
- Chemisch (fehlerhaft)
Ist eine oder mehrere Aromagruppen im Wein identifiziert, kann versucht werden, sie genauer zu benennen:
Zum Beispiel: Fruchtig, Apfel, Apfelkompott
oder Würzig, Weihnachtliche Gewürze, Nelke
Viele Rebsorten haben einen ganz charakteristischen Geruch; wenn Sie das beim ersten Mal nicht gleich erkennen: nicht verzagen, das kann man trainieren.
Sind Sie neugierig geworden? Haben Sie Lust, das zu üben? Wir empfehlen Ihnen für eine genauere Beschreibung unseren Degustationsleitfaden, zur praktischen Übung - und zum geselligen Weingenuss! - unsere sensorischen Weinpakete.

