Um treffsicher zu beantworten, wann ein Wein seinen richtigen Reifepunkt hat, gibt es nur eine Methode: Probieren.
Jeder Weinkenner, der Prognosen über vorraussichtliche Höhepunkte bestimmter Weine abgibt, ist ein in die Zukunft blickender Prophet. Natürlich kann der erfahrene Verkoster etwas über die Entwicklung eines Weines sagen, aber seriöse Prognosen sind nicht nur vom Wein, sondern auch von der Art der Lagerung abhängig.
Pauschale Werte lassen sich für Weiß-, Rot- oder Süßweine schon gar nicht geben. Wein ist individuell. Wann er richtig reif ist, hängt von vielen Faktoren ab: Jahrgang, Rebsorte, Erntezeitpunkt, Ausbau, Zeitpunkt der Abfüllung und Lagerbedingungen. Viel wichtiger noch ist der persönliche Geschmack: Der eine hasst alte Weine, der andere liebt sie.
Unser Tipp: Schmeckt Ihnen ein Wein besonders gut, dann kaufen Sie genügend davon. Bei jeder netten Gelegenheit öffnen Sie eine Flasche und probieren Sie. Wird er besser, freuen Sie sich auf die nächste Flasche. Wird er schlechter, dann laden Sie rechtzeitig Freunde ein, um die Restbestände zu trinken.
Ein wichtiges Merkmal, um den Reifezustand eines Weines zu beurteilen, ist seine Farbe. Welche Farbe ein Wein einer bestimmten Traubensorte hat, wird durch die Menge oder Zeit der Sauerstoffeinwirkung, also den Oxidationszustand festgelegt. Unter Sauerstoffeinfluss (Oxidation) werden Weißweine dunkler und Rotwein heller. Beide nähern sich der Farbe orangebraun.
Gerade bei Rotwein lässt eine beginnende Orangetönung eine eintretende Trinkreife erwarten. Wenn Sie das Glas schräg über ein weißes Papier halten und der Rand schon leichte Orangetöne (Granatrot) aufweist, spricht die für Trinkreife. Wenn dies bei einem Wein gerade mal ein Jahr nach der Ernte auftritt, wird er nicht auf eine jahrelange Zukunft blicken. Fängt aber ein 5 Jahre alter Rotwein gerade an, leicht ins Granatrote zu tendieren, dann hält er mit Sicherheit auch noch 3-4 Jahre. Siehe auch unter Weingenuss

