Allgemein:
Als wertvollste deutsche Rotweinsorte wird diese Weinrebe gern bezeichnet un bringt - sortenrein ausgebaut oder als Cuvee-Partner - die besten deutschen Rotweine hervor. Die Traubenreife gilt - mehr als bei anderen Rebsorten- als Grundvoraussetzung für eine sehr hohe Weinqualität des Lembergers.
Geschichte & Herkunft:
Die Geschichte des Lembergers ist erstmals im 18. Jahrhundert in Österreich zu verzeichnen. Anschliessend tauche die Sorte auch in Deutschland unter dem Namen -Limberger- auf. Der bulgarische Name ist:- Game-, in Italien heisst er Franconia (Was wohl auf den Namen der Franken zurückdeutet), in Ungarn -Kékfrankos und in Rumänien -Burgund Mare-. Durch die internationale ampelographische Kommission (gegründet 1873 in Wien) wurde 1875 europaweit der Name Blaufränkisch festgelegt.
Aufgrund dieses Namens kann man die Herkunft des Lemberger auf das Donaugebiet hindeuten. Die Herkunftsbezeichnung "Lemberger" führt zu der Weinbaugemeinde Lemberg in der früheren Untersteiermark, heutigen Republik Slowenien, von wo aus im Jahre 1877 "Lembergerreben" exportiert wurden. Ähnlich verhält es sich mit der Namensnennung "Limberger". Im Weinort Limberg bei Maissau in Niederösterreich, wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts "wurzelechte Limberger-Blaufränkisch-Reben" zum Verkauf angeboten.
Anbau/ Daten:
In Deutschland wird die Lemberger-Rebe heute auf einer Fläche von ca. 1.450 ha angebaut, davon mit über 93 % im bestimmten Anbaugebiet Württemberg. Doch findet man Lemberger Reben auch in Baden, der Pfalz, Rheinhessen und neuerdings in Franken. Dort werden Sie aber wie aber wie oben beschrieben meist Blaufränkisch genannt.
Der Lemberger hat sehr hohe Ansprüche, was die Lage angeht. Er gilt als mittelfrühe bis späte Sorte. Sie bringt bei moderatem Anschnitt ansprechende Mostgewichte, die dann vielfach im Prädikatsweinbereich liegen. Der Austrieb der Lemberger erfolgt sehr früh, was ihn für spätfrostgefährdete Gebiete ungeeignet macht.
Qualität/ Statistik:
- Die Farbe des Weines ist kräftig, er hat eine dunkle Farbe und einen ansprechenden Duft nach Zwetschgen, Kirschen und Beeren, sowie grünem Gemüse.
- Das wesentliche Merkmal ist seine schöne Frucht.
- Er besitzt zudem eine gute, deutliche Säure, die ihm Spiel, Rasse und Eleganz verleiht und zum durchaus auch mal kräftigen Körper passt.
- Er lässt sich auch in kleinen (Barriques) Eichenfässern ausbauen und verfügt außerdem über ein gutes Alterungspotenzial, denn sein Gerbstoffgehalt (auch Tanningehalt genannt) ist recht hoch.
Genuss:
Der leichte, fruchtige Lembergertyp eignet sich (wie das sprichwörtliche Württemberger Viertele) bestens zur guten Brotzeit oder Vesper und zu einer jeden Grill-Party. Der gerbstoffbetonte Lemberger passt gut zu deftigen Lebensmitteln wie Braten vom Wild, Hammel, Lamm, Rind, Lamm, Hartkäse und Grillfleisch sowie reifem Bergkäse, fettarmen Blauschimmelkäse und Feta.


