Merlot

Geschichte
Der Merlot ist eine Rotwein-Rebsorte, der seine Ursprünge höchstwahrscheinlich in der französischen Gegend und Bordeaux haben dürfte. Es ist einfach zu wenig bekannt über die exakte Herkunft. So findet sich die erste schriftliche Erwähnung im 14. Jahrhundert in Bordeaux, wo der Merlot noch als Crabatut noir tituliert ist. Damals galt er eher als Sekundärwein. Die erste genauere Beschreibung dieser Rebsorte schildert Victor Rendu in seinem 1857 erschienenem Werk Ampélographie francaise. Erst 1855 erscheint erstmals der Name Merlot. Dieser hat sich mittlerweile einen festen Namen in Frankreich, Italien, der Schweiz und Deutschland gemacht.


Bedeutung
In Deutschland versucht man seit einigen Jahren immer ehrgeiziger eine hochwertige Merlotsorte zu erzeugen. Mittlerweile sind bei einigen Winzern der Anbaugebiete von Würtemberg, der Pfalz und im Badischen beachtenswerte Erfolge zu erkennen. Da die Rebanlage noch recht jung ist hat sie ihre volle Qualitätsstufe aber noch nicht erreicht.


Statistisch nimmt der Merlot daher auch nur eine kleine Rolle ein. So waren im Jahr 2007 431 Hektar (0,4 Prozent der deutschen Rebfläche) mit im bebaut. Mit seiner ständig steigenden Qualitätsstufen dürfte die Zahl aber in den nächsten Jahren noch stetig anwachsen. Die internationalen Anbaugrössen weisen dabei beachtlicht grössere Mengen auf, z.B.: Frankreich mit mehr als 60.000 ha. Der deutsche Schwerpunkt liegt mit Abstand in der Pfalz.


Anbau
Der Austrieb der Merlot-Rebe erfolgt recht früh, wodurch er nur eine mittlere Winterfrostfestigkeit besitzt. Die Sorte ist verrieselungsanfällig und gedeiht am besten auf tiefrgründigen Boden mit guter Wasserversorgung. Wird er unter günstigen Bedingungen angebaut, so steht einer ertragreichen Ernte nichts im Weg. Dazu gehören allerdings auch sehr sonnenreiche Jahre mit hohen Zuckerwerten. Mit der Reife nimmt der Säurewert zügig ab.


Ausbau/Geschmack
Der Geschmack geht von fruchtig über körpperreich bis zum Vollmundigen. Vielmals ist auch ein Beerenbukett zu verzeichnen. Allerdings ist er erst nach wenigen Jahren voll genussreif. Der Merlot bringt Blume, Weichheit und Rundung bei Cuvée mit gerbstoffbetonten Weinen.


Genuss
Der Merlot hat ein gutes Reifungs- und Lagerungspotential. So sollte er erst nach einer ausreichenden Lagerreife getrunken werden. Er eignet sich zu deftigem Essen wie Wild und Runderbraten, starken Sossen, Schinken, Salami und kräftigem Käse.