Regent

Geschichte:
Gleich zu Beginn lässt sich sagen, dass es sich bei diesem Wein auch um eine Kreuzung aus den Rebsorten Silvaner + Müller Thurgau und Chambourcin handelt. Diese neugezüchtete Kreuzung wurde 1967 das erste mal getestet und erhielt erst im Jahr 1995 die deutsche und 1997 auch die europäische Zulassung. Er zählt somit zu den noch recht jungen Weinsorten. Vater dieser Züchtung war Gerhardt Alleweldt vom Institut für Rebenzüchtung in Geilweilerhof.


Bedeutung:
Der Regent war die Hoffnung vieler Winzer, eine Rebsorte zu erschaffen, die eine echte Resistenz gegen grössere Pilzerkrankungen aufweisen kann. Diese wurde jedoch leider nicht erfüllt. Dennoch kann man auf den Aufwand von Spritzungen mit Rebschutzmitteln beim Regent um etwa 80 Prozent verzichten. Das macht ihn somit nicht zu einer pilzresistenten Sorte, sondern zu einer pilzwiederstandsfähigen Rebsorte.


Nach der deutschen Zulassung 1995 stieg die Anbaufläche in Deutscland rasant an. Waren es 1999 nur 324 Hektar Land, so sind es 2007 schon 2.182 Hektar gewesen. Schwerpunktmässige Anbaugebiete sind die Pfalz, Baden, Rheinhessen, Nahe und Franken.


Anbau:
Der Regent eignet sich für mittlere bis gute Lagen. Allerdings stellt er hohe Bodenansprüche.  Die Robustheit zeigt er ebenfalls in seiner Winterfrostfestigkeit, da er mittel bis früh austreibt. In windoffenen Lagen neigt diese Rebsorte zur Verrieselung. In den jungen Jahren zeigt er starke Anlagen von Magnesiummangel. Man kann den Wein unter Umständen auch in Problemlagen gut anbauen. Die Lese sollte wegen des ph- und Säurerückganges nicht zu spät erfolgen. Der Ertrag ist zum Vergleich mit anderen Weinen sehr hoch, was ohne Ernteeinschränkungen zu einem Ergebnis von 100 bis 120 Hektolitern pro Hektar führen kann.


Ausbau/Geschmack:
Beim Anbau des Regenten ist eine Ertragsbegrenzung unbedingt notwendig. Es sollten maximal 2 Trauben pro Trieb belassen werden. Erhält man sogar nur eine Traube/ Trieb, so erhöht man die Qualität deutlich. Sie stellt besonders für Selbstvermarkter eine Ergänzungssorte mit mediterranem Charakter und Barriqueigenschaften dar. Vor allem für ökologische Weinbauern ist es eine der aktuell akzeptabelsten Rotweinsorten.


Äusserlich glänzt der Wein in guten Anbaujahren mit einer tiefdunklen Farbe mit dezentem Bouqet. Mit einem stoffigen, eigenen, manchmal fremdartigen südländischem Charakter hat er viele Anhänger gefunden.


Genuss:
Der Regent-Rotwein eignet sich zu Wild, Rinderbraten und dunklen Soßen sowie zu kräftigem Käse. Die Lagerfähigkeit der Rebsorte liegt im mittleren Zeitrahmen.