Sankt Laurent

Geschichte
Bei der Sankt Laurent handelt es sich um eine hocharomatische dunkle Rebsorte. Ihre Abstammung kommt aus der Burgunderfamilie, welche bekannlich Ihren Usprung in Fankreink hat.  der Weinforscher Christian Oberlin geht davon aus, dass der Ursprung im Anbaugebiet des Elsasses liegt. Den Namen erhielt er aller Schätzung nach vom Kalenderheiligen St. Laurentius, der im übrigen auchals Schutzpatron der Köche gilt. Dessen Gedenktag fällt ähnlich der Traubenreife des Sankt Laurent zusammen (ca. 10. August). Lange wurde diese Rebsorte als Spielart des Spätburgunder eingeordnet, doch neuerdings wird er als eigenständige Rebsorte deklariert.


Die Rebsorte war in Deutschland lange Zeit Bestandteil des gemischten Satzes im Weinbau, aber seit den 1950er Jahren nahezu ausgestorben. Die restliche Rebfläche soll gerade noch 27 Hektar betragen haben. Mit dem Wiederaufleben des Rotweins hierzulande zum Ende des 20. Jahrhunderts kam auch diese altehrwürdige Sorte zu neuem Ruhm.


Bedeutung
Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet des Saint Laurent liegt heute in Österreich. Beinahe hätte es diese Rebsorte in Deutschland nicht mehr gegeben. Zu verdanken ist dies einem südpfälzischem Winzer, der diesen wertvollen gerettet und zu einer Renaissance verholfen hat.  Dies liegt daran, dass der wahrscheinlich letzte noch vorhandene Rebstock in Deutschland in der Rebschule Rhodt in den sechziger Jahren um ein Jahr ausgehackt worden wäre.  Die Rebschule sicherte sich den Trieb und hatte nach einigen Jahren der ERhaltungszüchtung schon wieder geeignetes Pflanzmaterial vorzuweisen. Von diesem Zeitpunkt an, nahm die Fläche des Saint Laurent Anbaus stetig zu. Der Anbauschwerpunkt ist die Pfalz, in der etwa zwei Drittel der gesamtdeutschen Anbaufläche des Saint Laurent ist. Bundesweit waren 2007 über 675 Hektar ( = 0,7% der deutschen Rebfläche) mit der edlen Rotweinsorte bestockt. Eine weiter anhaltende Verbreitung ist zu erkennen.


Anbau
Die Sorte Saint Laurent treibt früh aus, wodurch sie der Gefahr von restlichen Winterfrösten (Maifröste) unterliegt. Die Reife ist sehr zeitig, weswegen sie nur mittlere Lagen beansprucht. Allerdings lassen kühle Lagen die Säurewerte auf zu hohem Niveau verharren. Als Anbauflächen eignen sich sowohl kalkhaltige als auch tiefgrundige Böden.  Eine weiträumige, luftige Erziehung verhindert zu frühe Traubenfäule. Dadurch kann die Säure von 8 bis 10 Promille bei längerem Zuwarten im Herbst am Stock noch etwas abgebaut werden. Beim Ertrag fällt mit 70 bis 80 hl pro Hektar mittel aus. Der Mittelwert des Mostgewichtes erreicht immerhin 80 Grad Oechsle.


Ausbau/Geschmack
Die Ernte ergibt in der Regel einen hochgradigen Most, mit sehr guten Extrakt- und Säurewerten. Dieser lässt kräftige und gleichzeitig frisch - fruchtige Rotweine entstehen. Höhere Qualitäten werden verschiedentlich im Barrique ausgebaut. Die Farbe ist tiefrot. Mitunter lassen sich in den fruchtigen Weinen Aromen von Holunderbeeren oder von Wildkirschen erschmecken.


Genuss
Viele Winzer sehen in der Saint Laurent Rebsorte eine Ergänzung ihres gehobenen Rotweinangebotes.  Daher handelt es sich bei diesen Weinen meist um anspruchsvolle Tropfen, die sich gut in die Sonntagstafel einfügen lassen. Je nach Fruchtigkeit und Dichte passen sie eher zu kräftigen oder leichteren  Gerichten bis hin zu reifem Käse und Wild..