Schwarzriesling

Geschichte
Der Schwarzriesling, auch Müllerrebe, Pinot Meunier und Postitschtraube bekannt, ist eine rote Rebsorte, die 1968 ihre Zulassung in Deutschland bekam hat  mit der Weißweinrebe des Rieslings nur die späte Reife und Form gemeinsam.


Die Heimat kann man vor über 400 Jahren im Burgund suchen, wo die Rebe aus einer Mutation (starke Behaarung der Blätter an der Unterseite) aus dem Blauen Spätburgunder entstanden sein soll. Ferdinand Regner nahm an, dass der Schwarzriesling bei zahlreichen Kreuzungszüchtungen (häufig mit Traminer) beteiligt war und den Urvater der Burgunderfamilie darstelle. Durch genannte Behaarung hat er auch seinen Beinamen "Müllerrebe" bekommen, die wie mit Mehl bestäubt aussieht.


Eine unbehaarte Mutation des Schwarzrieslings ist die Rebsorte Samtrot. Sie wurde 1928 in einem Heilbronner Weinberg entdeckt und 1929 von der Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zur Vermehrung übernommen. Samtrot wird ausschließlich in Württemberg angebaut, und hier hauptsächlich im Heilbronner Raum auf insgesamt 321 Hektar (Stand 2003). Die schwach tragende Sorte ist qualitativ dem Schwarzriesling überlegen. Sortenrechtlich ist Samtrot als ein Klon des Blauen Spätburgunders eingestuft, bezeichnungsrechtlich ist Samtrot ein Synonym des Blauen Spätburgunders im Anbaugebiet Württemberg, ebenso wie der Name: "Clevner".


Bedeutung
In der Steiermark (dort wird er Blaue Postitschtraube genannt), im Elsass und in der Champagne ist er als Pinot Meunier beheimatet; er ist Bestandteil vieler Champagnercuvées. Im Burgund, was zum Ursprungsland des Schwarzrieslings zählt, gehört er dagegen nicht zu den zugelassenen Qualitätsweinen.
In Deutschland beschränkt sich der Schwarzriesling - Anbau weitestgehend auf Württemberg. Würtemberg ist der Schwerpunkt des deutschen Schwarzriesling-Anbaugebietes. Immerhin erlangt diese Sorte doch einen Anteil von mehr als 2 Prozent der gesamten deutschen Reb-Anbaufläche. Eine grosse Veränderung geschah in den achtziger Jahren, in denen die Anbaufläche sich von 1.000 auf mehr als 2.000 Hektar vergrösserte. Diese Zahl ist bis heute noch weiter gestiegen, so dass mittlerweile knapp 2.400 Hektar mit der Müllerrebe bestockt sind. Davon entfallen fast 1.800 Hektar auf das Anbaugebiet Württemberg. Daneben hat die Sorte noch eine unterrangige Bedeutung in Rheinhessen, Nordbaden, in der Pfalz und in Franken.
   
Anbau
Die Ansprpüche, die der Schwarzriesling an Lage und Boden stellt, sind eher gering. Vor allem auf dem kräftigen württembergischen Löß-Lehm Boden gedeiht die wenig komplizierte Rebe sehr gut. Ist die Maifröste für einige Rebsorten sehr gefährlich, so sorgt der Schwarzriesling durch seinen späten Austrieb für eine gute Robustheit. Die Mostgewichte und Erträge liegen auf einem mittleren Niveau.  Die Erntemengen entsprechen somit den relativ geringen Erträgen der Spätburgunder-Rebe, doch das Mostgewicht reicht nicht an die Schwarzriesling-Qualität heran. Immerhin 70 bis 80 Grad Oechsle werden in einem Normaljahr erreicht. Dies spiegelt sich auch im Säurewert wieder, der teilweise recht niedrig liegt. Die Rebenzüchter von Weinberg und Heiblronn entwickelten die Sorte qualitativ weiter, so dass der Schwarzriesling bis jetzt eine gewisse Verbreitung erfahren konnte.
  
Ausbau/Geschmack
Der Wein selbst hat eine ziegelrote bis rubinrote Farbe und hat ein fruchtiges Aroma, dass an den Spätburgunder erinnern lässt. Der Körper lässt sich als feingliedrig einstufen. Mittlerweile wird er in trockenen, als auch fruchtsüßen Varianten ausgebaut. Das Angebot im Qualitätsweinbereich hat eine dominante Stellung eingenommen, wobei es aber auch Kabinettweine und Spätlesen gibt.


Genuss
Dämmerschoppen, an dieser Bezeichnung erfreuen sich vor allem die Württemberger, unter dessen Name der Schwarzriesling dort genossen wird. Aber nicht nur dort erfreut am sich an der Literflasche dieses edlen Roten. Empfehlenswert sind vor allem kräftige Varianten vom Scharzriesling zu  Fleischgerichte vom Schwein oder vom Lamm und auch milden Käsesorten. In vielen Fällen kann der Schwarzriesling bei Tisch alternativ zum Spätburgunder eingesetzt werden.