Geschichte & Herkunft:
Die rote Rebsorte des Trollingers bekam ihren Namen ursprünglich von der Namenswendung: „Tirolinger“, da die ursprüngliche südtiroler Rebsorte Vernatsch auf ihm basiert. Ursprünglich wurde der Trollinger von den Römern an den Rhein gebracht, von wo aus er sich auch bis ins Neckartal weiterverbreitete.
Anbaugebiete:
Der Trollinger ist ein schwäbisches Urgestein und spielt daher hauptsächlich in Würtemberg eine Rolle, wo er als anspruchsloser Trinkwein angebaut wird. Dennoch gibt es weitere Anbaugebiete im Trention, sowie in Südtirol. Ansonsten spielt der Trollinger weltweit keine grosse Rolle. Es sollte aber erwähnt sein, dass es besondere Vorkommnisse in den Weinbergen des Kalterer Sees bei Bozengibt, sowie im Bereich St. Magdalena und Meraner Hügel. Hier ist der Trollinger aber eher unter den Namen: Vernatsch, Grossvernatsch und Edelvernatsch bekannt.
Aussehen:
Die Trauben sind großbeerig, äußerst wuchskräftig, die Farbe reicht vom kräftigen Rosarot bis zum dunklen Blau. Der Trollingerwein ist rubinrot, hat keine lange Lagerzeit und man sollte ihn innerhalb eines Jahres trinken. Seit dem Jahr 2001 gibt es in Heilbronn alljährlich einen Trollinger-Marathon.
Anbau:
Der Trollinger ist ein anspruchsvoller Wein. Er stellt hohe Bedingungen an Boden und Klima. Ausserdem ist diese Sorte empfindlich gegen viele Krankheiten und Schädlinge, sowie Frost. Sind aber alle Bedingungen optimal, so steht einem hohen Ertrag nichts im Weg. Die Weine sind frisch, früh trinkbar und nicht für eine lange Lagerung gedacht. Für Verschnitte wird gern die Komibnation mit dem Lemberger gewählt.
Geschmack:
Der Trollinger ist ein frischer, süffiger und bodenständiger Rotwein. Eine gewisse Restsüße macht die harmonischen Trinkweine noch unkomplizierter. Prädikatsweine sind selten. Die einfachen Gewächse sind im Jahr der Ernte trinkreif und sollten dann auch bald verbraucht werden, da sie in der Flasche nicht mehr besser werden. Der feinblumige Duft wird meist als zarter Jonannisbeer-Ton, oft auch als Wildkirsch oder Himbeeraroma empfunden. Aus dem Trollinger werden auch leichte Roséweine erzeugt.
Statistik:
Der Trollinger nimmt heute etwa 2,5 Prozent der Anbauflächen in Deutschland in Anspruch. Im Jahr 2006 waren noch 2518 Hektar Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 1999 nur 2530 Hektar erhoben wurden. Mit insgesamt 2469 Hektar steht beinahe der gesamte Bestand Deutschlands im Weinbaugebiet Württemberg. In diesem Weinbaugebiet stellt die Rebsorte 21,4 % des lokalen Rebsortenspiegels.


