Elbling

Geschichte
Der Elbling gehört zu den wohl ältesten europäischen Weißweinreiben. Seine 2000-jährige Anbautradition begann mit den Römern im Gebiet um die Mosel. Hatte er im Mittelalter den Status der am häufigsten gelesenen Rebsorte, nahmen ihm ab dem 17. Jahrhundert die Rebsorten Silvaner und Riesling nach und nach die Vormachtstellung. Da die Rebe einen reichhaltigen Ertrag einbringt, war der Elbling sehr beliebt bei den Bauern des Mittelalters, die den -Zehnten- als Wein entrichten mussten.  Durch die Abschaffung des Zehnten ging dann auch der Anbau des Elblings immer weiter zurück.


Der Name Elbling stammt nach Recherchen von Sprachforschern aus dem lateinischen Ausdruch -Vitis Alba- was übersetzt soviel wie -weisse Rebe- bedeutet. Aus dem Begriff Alba das Wort Elben formte, was dem Wein dann später seinen endgültigen Namen gab.


Bedeutung
Nach wie vor nimmt die Anbaufläche kontinuierlich ab. Waren es 1999 immerhin noch 1.043 Hektar Anbaufläche, sind es in 2007 nur noch 580 Hektar in Gesamtdeutschland gewesen. Das macht derzeit nur noch 0,6 Prozent der deutschen Weinanbaufläche aus. Durch den schwerpunktmässigen Anbau im Gebiet um die Mosel -Saar- Ruwer erreicht er nahezu 7 Prozent der dortigen Anbaufläche und stell somit drittwichtigste Rebsorte. Die beliebtesten Rebenmeere des Elblings sind der südliche Flusslauf der Mosel (die sogenannte Obermosel) und die Hänge der Sauer. Vereinzelte grössere Anbauflächen sind noch in Baden und Sachsen zu verzeichnen. Eine weitere Ausnahme ist Luxmburg, wo der Elbling 162ha ausmacht, was 12 Prozent der Gesamtfläche ist.

Anbau
Muschelkalkboden, das ist der bevorzugte Untergrund für die Elblingrebe, die dort am besten ihre Frische entfalten kann. Man erkennt es sofort, wenn man sich in die Gegend um die Obermosel begibt. Dennoch wächst die rebe auf allen gängigen Standorten. Dabei sind auch Lehm- und Tonböden. Der Elbling liebt mittlere, meist ebene oder leicht hängige Lagen und ein mildes Klima. Beim Pflanzenschutz verlangt er ein hohes Mass an Aufmerksamkeit, da die Dünne Haut der Traube -Oidium- und -Peronspora- gefährdet sind. Meist bringt der Elbling ausreichend, mitunter reichlich Ertrag, besonders im Qualitätsweinbereich. Vereinzelt werden auch Qualitäten im Kabinettwein- und Spätlesebereich erzeugt.



Ausbau/Geschmack
Eine Säure, die etwa auf Riesling - Niveau liegt, aber etwas weicher ausfällt, prägt die Grundweine. Sie werden entweder zu frischen, süffigen, eher neutralen Tischweinen ausgebaut oder aber versektet. Da 80 Prozent der Elblingproduktion an Kellereien gehen und dort Weinen und Sekten ihre Spritzigkeit verleihen, haben rebsortenreine Elblingweine- und klassisch vergorene Sekte aus den Weingütern nahezu Raritätenstatus. Sehr selten ist die Mutation "Roter Elbling", die auch als Weißweinsorte gilt, zu finden; seit 15 Jahren ernten und vergären ein paar wenige Winzer die rötlichen Beeren getrennt und erzeugen eigenständige, extraktreiche lachsfarbene Weine. Die Nachfrage nach dieser Rarität übersteigt verständlicherweise das Angebot.

Genuss
Die Elblingrebe bringt rassige Weine mit einer kernigen Säure hervor. Die Weine schmecken gradlinig und haben einen zarten Duft. Das Bukett des Elblings erinnert an Mandel, er wird vielfach als Qualitätswein angeboten.


Leichtigkeit, Spritzigkeit und Frische zeichnen Weine und Sekte aus der Rebsorte Elbling aus. Diese macht sie zu unkomplizierten Durstlöschern für schöne Sommertage. Der Qualitätswein garantierten Ursprungs "Obermosel Elbling trocken", abgefüllt in weiße Schlegelflaschen, erfüllt höhere sensorische Ansprüche und liefert ein einheitliches Geschmacksbild. Er empfiehlt sich zur deftigen Brotzeit, aber auch zu Fisch und Meeresfrüchten.