Silvaner


Allgemein:
Kaum eine andere Sorte bietet dem Weinliebhaber eine solche Vielfalt.
Die Silvanertraube spiegelt ihren Standort und ihr Terroir genau wieder, ähnlich wie der Chardonnay.
Auf die Frage was nach dem Rielsing-Boom kommt, nennen viele Fachleute den Silvaner.


Geschichte & Herkunft:
Der Silvaner ist eine natürliche Kreuzung aus Traminer und der Sorte Österreichisch-Weiß,
welche schon vor ca. 2000 Jahren geschehen sein muss.


Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus, erwähnte der römische Gelehrte Gaius Plinius Secundus in
seinem Werk "Naturalis historia" eine Sorte, welche mit den Eigenschaften des Silvaner übereinstimmt.
Somit zählt der Silvaner zu den ältesten heute noch angebauten Reben.


Die erste nachweisliche Pflanzung in Deutschland ist auf das Jahr 1659 datiert.
Im fränkischen Weinort Castell wurden die ersten Reben gepflanzt, welche vermutlich aus dem
österreichischen Donauraum importiert wurden.


Somit feiert der Silvaner im Jahr 2009 sein 350. Jubiläum.
In den Regionen Franken und Rheinhessen werden rund um den Silvaner viele Events stattfinden. 


Anbau & Aroma & Reifung:
Schwere lehmige und tiefe Böden, sowie eine windgeschützte Lage, das sind die Hauptansprüche des Silvaner.
Bei frostsicherer Lage garantiert der Silvaner gleichmäßig hohe Erträge. Seine frühe Reifezeit
machten Ihn beliebt für Neuzüchtungen wie zum Beispiel Scheurebe, Moriomuscat und Bacchus.
 
Wie schon erwähnt ist der Silvaner ein hervoragender Terroiranzeiger. Sein Aroma ist vielseitig,
von Basilikum, Farn, Holunder zu Stachelbeere, Quitte und Karamel. Erdiger Duft und feinrassige Säure
sind weitere klassische Merkmale.


Viele Ausbauten sind beim Silvaner attraktiv. Von leichten Sommerweinen, geschmeidigen Barrique Varianten
bis zu langlebigen Edelsüßen ist alles möglich.


Statistik:
Bis in die siebziger Jahre hatte der Silvaner einen Anteil von 30% der deutschen
Anbaufläche. Dieser Anteil ist bis heute, im Jahre 2008 ca.5%, rückläufig.


Franken mit ca. 21% der Anbaufläche, was etwa 1.276ha entspricht, und
Rheinhessen mit ca. 2.467ha bilden die größten Anbauflächen.
Das kleine Saale-Unstrut Gebiet, mit 57ha Anbaufläche, hat sich auch zu einem
guten Standort für den Silvaner entwickelt.


International sind Österreich, Schweiz, das Ellsass und Südtirol die Hauptanbaugebiete.


Genuss:
Durch die vielen Facetten des Silvaner ist er je nach Herkunft zu vielen Gerichten kompatibel.
Silvaner aus Franken eignen sich besonders gut zu Fischgerichten, die Rheinhessischen und Pfälzer
Varianten eher zu leichtem Frühlings- und Sommergemüse (Spargel), aber auch zu hellem Fleisch (Huhn, Kalb).